GESCHICHTE

Die Kneippanlage und Ihre Geschichte

Im Rahmen des beschriebenen Prozesses der UNESCO Biosphäre Entlebuch hat sich die Gemeinde Flühli und ein Teil Ihrer Bewohner schon seit längerem Gedanken über neue Projekte gemacht. Dass das Wasser, als in Überfluss vorhandenes und lebenswichtiges Gut, ein Thema sein soll, war von Anfang an klar.

Im Februar 2002 haben Ivo Willimann und Franz Portmann der Interessengruppe "Wasserprojekt 2002/03" vorgelegt, welches die Ausarbeitung einer Kneippanlage mit Quellenweg und vielen Möglichkeiten zum Erleben des Elementes Wasser beinhaltet hatte.

Am 20. September 2002 fand eine öffentliche Orientierung über Projekt mit der Bevölkerung statt, aus welchem sich die Arbeitsgruppe Flühli Wasser gebildet hat, eine bunt gemischte Gruppe aus Einheimischen, welche die gesteckten Ziele umsetzen wollte. Schon an der zweiten Sitzung im Dezember 2002 wurde durch Architekt Markus Bieri ein Vorprojekt zur Realisierung der Kneippanlage vorgestellt, welches regen Anklang fand.

Nach einigen Sitzungen wurde am 3. Februar 2003 die Genossenschaft Flühli Wasser gegründet, welche die Arbeitsgruppe ablöste. Als Zweck der Genossenschaft ist in den Statuten deklariert, der Schutz und die Förderung des Wassers in unserem Tal zu unterstützen.

Als erstes Projekt übernahmen wir den Bau der Kneippanlage. Die Finanzierung dieses 300'000 Franken teuren Bauwerks war die erste grosse Hürde. An der Gründungsversammlung konnten wir 69 Genossenschafter begrüssen, bis zum heutigen Tag sind es 212 Genossenschafter mit 370 Scheinen, als fast CHF 100'000.-- als Eigenkapital.
Die Restkosten von CHF 200'000 konnten durch IHG-Darlehen, Beiträge von Gemeinde und Tourismus sowie Stiftungen herbeigebracht werden. Bis heute ist die Anlage zu 85 % finanziert, wir sind natürlich weiter auf der Suche nach Sponsoren und Genossenschaftern, um auch weitere Projekte zu realisieren.

An der a.o. Generalversammlung vom 15. Mai 2003 wurde der Baubeschluss gefasst, am Schwandalpweiher die Kneippanlage zu realisieren. Vorangegangen sind viele Stunden des Verhandelns mit Grundeigentümern, Finanzgebern und Behörden.

Am 20. Juni 2003 fand unter beisein der Presse und gemeinsam mit der Übergabe des Labels "Energiestadt Entlebuch"
der Spatenstich statt. Von diesem Tag an spielte das Wetter mit und die Arbeiten gingen voran.

Am 20. September 2003 fand - nach siebenmonatiger Planungs- und Bauphase - die Einweihung statt. Über 150 Personen haben an der Kneipp-Chilbi teilgenommen und sich über die Lehre von Sebastian Kneipp, die Idee und das Projekt informieren lassen. Es war für die Genossenschaft ein Freudentag. Wohl niemand hätte es uns zugetraut,
in dieser kurzen Zeit ein Projekt dieser Art auf die Beine zu stellen. "Die schönste und grösste Kneippanlage der Schweiz" wurde Sie von Ueli Habegger, Schweiz. Kneippverband genannt. Ich habe Sie als Projekt der Zukunft bezeichnet, ist dies doch ein Zeichen der Zusammengehörigkeit, gemeinsam etwas gemacht zuhaben.

Seit dem 20. September 2003 ist der Betrieb der Kneippanlage gesichert. Wir haben mit unseren Mitgliederbeiträgen, mit Sponsoring, Eintritten und Führungen die laufenden Kosten von ca. CHF 30'000.-- gesichert und hoffen, dass der Trend zur Gesundheitsförderung weitergeht.

Im Frühling 2006 konnte die Attraktivität und das Erscheinungsbild der Anlage nochmals gesteigert werden. Es enstand ein einzigartiger Kräutergarten mit Kräutern aus unserer Gegend - der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Ein Erlebnis für alle Sinne und passend zur Idee der Kneipp-Anlage Schwandalpweiher in Flühli!


Kneippen im Waldemmental - Idee, Zweck und Umsetzung

Jetzt haben wir ziemlich viel über die Entstehung und über die Hintergründe dieser Anlage gehört. Als letztes möchte ich Ihnen noch die Umsetzung dieser Idee und die Vermarktung der Anlage näher bringen:

Die Kneipp-Gesundheitslehre basiert auf einen ganzheitlichen, zeitlosen Gedankengut des Pfarrers Sebastian Kneipp. Maria Christen wird auf sein Wirken noch näher eingehen. Die Grundlage bilden
die 5 Säulen Hydrotherapie, Bewegung, Ernährung, Heilkräuter und Lebensordnung.

Da es sich um eine ganzheitliche Therapie handelt, möchten wir im Waldemmental auch das ganzheitliche Angebot miteinbeziehen. Vorausgehend ist zu sagen, dass die Kneippanlage Schwandalp nicht als Kureinrichtung betrieben wird und werden kann, da für dies eine Betreuung eines professionellen Kneippgesundheitsberaters sowie eine ärztliche Kontrolle notwendig wäre.

Wir versuchen, die fünf Säulen wie folgt in das Projekt "Kneippland Flühli Sörenberg" miteinzubeziehen:

Hydrotherapie
Die Wasseranwendungen können hier in der Kneippanlage Schwandalpweiher gemacht werden. Vom Wassertreten über Güsse bis zum Armbad ist alles vorhanden. Wir wollen mit Info-Tafeln an den Dorfbrunnen sowie weiteren Tafeln im Wandergebiet die Gäste auf die Gesundheitsvorsorge aufmerksam machen. So soll ein Kneippland Flühli Sörenberg entstehen".

Bewegung
Wer zur Kneippanlage will, muss laufen. So wärmt der Körper auf die Kneippanwendungen auf. Weiter kann im ganzen Tal dem Bewegungsdrang gefrönt werden. Ob als Spaziergänger am Dammweg, als Wanderer, Biker oder Kletterer, alle Bewegungsfreaks jedes Alters und jedes "Zustandes" kann diese Säulen bei uns ausleben.

Ernährung
Was heisst gesunde Ernährung. In erster Linie saisonbewusst essen. So haben wir in unserer Gemeinde drei Gastro-Partner, welche sich verpflichtet haben, mit Regionalprodukten zu arbeiten, also gesunde Kost zu verkochen. Ausserdem bieten wir Kochkurse an, der Bauernmarkt verkauft über 100 Produkte "Echt Entlebuch", sodass die Säule Ernährung genügend abgedeckt ist.

Heilkräuter
Neben den Heilkräutern in der Natur, welche z.B. bei einer Heilkräuter-Exkursion gelernt werden können, planen wir mit Riccola und einheimischen Bauernfrauen einen Heilkräutergarten am Quellenweg. Ausserdem arbeiten wir eng mit der Kräuteranbaugenossenschaft Entlebuch zusammen, welche Tee's, Salben und Gewürze in der Region anbaut.

Lebensordnung
Dies ist die anspruchvollste Säule. Dies ist die Energiequelle des Kneippens. Einheit von Körper, Geist und Seele. Wie dies zu erreichen ist, muss jedermann selber merken. Die einen brauchen Ruhe, die andern Aktivität.

Pfarrer Sebastian Kneipp sagte: "Erst als man den Zustand ihrer Seele kannte und da Ordnung hineinbrachte, ging es mit den körperlichen Leiden auch besser. Sie bekamen mehr Ruhe und Zufriedenheit, kurz, sie fühlten sich besser."


Wir möchten also mit dieser Kneippanlage zwei Dinge erreichen: Einerseits suchen wir den aktiven Kneipper als neuer Feriengast, welcher neben Wandern sein "Hobby" hier direkt ausüben kann, anderseits möchten wir den bestehenden Gast auf die Kneippanlage hinweisen und für die Gesundheitsvorsorge sensibilisieren.